Deutscher
Familienverband

Landesverband NRW

Finanzielle Hilfen für Familien

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Kinderfreibetrag

Der steuerliche Kinderfreibetrag und das monatliche Kindergeld sind gesetzlich eng miteinander verbunden.

Wie bei Erwachsenen derjenige Einkommensteil, der ihrem sozialkulturellen Existenzminimum entspricht, nicht besteuert werden darf und durch den steuerlichen Grundfreibetrag steuerfrei gestellt wird, muss elterliches Einkommen auch in der Höhe des Mindestbedarfs eines Kindes steuerfrei gestellt werden. Dazu gibt es den steuerlichen Kinderfreibetrag, dessen Höhe dem Mindestbedarf eines Kindes an Unterhalt, Erziehung, Betreuung und Ausbildung entspricht.

Er wird allerdings – anders als beim Grundfreibetrag – nicht beim monatlichen Lohnsteuerabzug der Eltern berücksichtigt. Wie viele Kinder ein Elternpaar auch hat, es zahlt genauso viel Lohnsteuer wie ein gleich verdienendes kinderloses Paar. Dafür erhalten die Eltern jedoch das monatliche Kindergeld, das zunächst der Steuerfreistellung des Kinderexistenzminimums dient. Nach Ablauf eines Jahres wird es bei der Einkommensteuerveranlagung vom Finanzamt automatisch mit dem je nach persönlichem Grenzsteuersatz finanziell unterschiedlich wirkenden Kinderfreibetrag verrechnet.

Wichtig: Auch wenn sich der Kinderfreibetrag höher als das Kindergeld auswirkt, sollten Besserverdienende unbedingt das Kindergeld beantragen. Denn der Fiskus rechnet das Kindergeld von der Wirkung des Freibetrages auf jeden Fall ab, auch wenn die Eltern das Kindergeld nicht beantragt und deshalb nicht erhalten haben.

In der überwiegenden Zahl der Fälle bewirkt das Kindergeld eine ausreichende Steuerfreistellung des Kinderexistenzminimums. In wenigen Fällen ist eine zusätzliche Reduzierung der Steuerschuld der Eltern notwendig. In vielen Fällen, vor allem wenn Eltern auf Grund ihrer wirtschaftlichen Situation kaum oder keine Steuern zahlen, stellt das Kindergeld teilweise oder ganz eine Förderung der Familie dar.

Damit dient das Kindergeld nach § 31 EStG sowohl der Steuergerechtigkeit als auch der Familienförderung. Und daraus folgt, dass nicht das Kind sondern seine unterhaltspflichtigen Eltern den Anspruch auf Kindergeld haben.

Der steuerliche Gesamtkinderfreibetrag steht beiden Elternteilen je zur Hälfte zu. Bei geschiedenen oder getrennt lebenden Eltern kann der Kinderfreibetrag auf einen Elternteil übertragen werden, wenn der andere Elternteil seiner Unterhaltspflicht dem Kind gegenüber nicht nachkommt oder mangels wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit nicht unterhaltspflichtig ist. Der Kinderfreibetrag kann auf Antrag auch auf einen Stiefelternteil oder Großelternteil übertragen werden, wenn dieser das Kind in seinem Haushalt aufgenommen hat.

Wichtig: Für ältere Kinder, für die eine Kindergeldberechtigung nicht mehr gilt, aber z. B. wegen Ausbildung noch Unterhaltspflicht besteht, können die Unterhaltsleistungen als außergewöhnliche Belastung steuerlich bis zur Höhe des geltenden Grundfreibetrags berücksichtigt werden, wenn das Kind kein oder nur ein geringes Vermögen besitzt. Eigene Einkünfte und Bezüge des Kindes, die 624 Euro übersteigen, werden angerechnet.  

Einkommensteuergesetz (EStG) §§ 31 und 32

Antragstellung: Wird automatisch vom Finanzamt bei der jährlichen Steuererklärung berücksichtigt.

Finanzamt / Steuerberatung

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