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Familienverband

Landesverband NRW

Ein Kind adoptieren / in Pflege nehmen

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Ein Kind adoptieren

Für zunehmend mehr Menschen erfüllt sich heute ihr natürlicher Kinderwunsch aus sehr unterschiedlichen Gründen nicht mehr. Da liegt dann der Gedanke nahe, ein Kind zu adoptieren oder in Pflege zu nehmen.

Eine Adoption, die ?Annahme als Kind?, ist ein langwieriger Prozess, der viel Standhaftigkeit erfordert. Denn wie groß auch der Kinderwunsch sein mag, im Mittelpunkt muss das Wohl des Kindes, das adoptiert werden soll, stehen. Deshalb ist eine Adoption ein rechtlich fest verankertes Verfahren. Das Adoptionsrecht ist im vierten Buch, ?Familienrecht? des Bürgerlichen Gesetzbuches in den Paragraphen 1741 bis 1772 geregelt.

Außerdem gibt es weit mehr Adoptionswünsche als Kinder, die adoptiert werden können. Rechnerisch standen 2010 einem in Deutschland zur Adoption vorgemerkten Minderjährigen sieben mögliche Adoptiveltern gegenüber.

Wer darf ein Kind adoptieren?

Wer ein Kind adoptieren möchte ? ob im Ausland oder Inland ? muss unbeschränkt geschäftsfähig und mindestens 25 Jahre alt sein. Bei Ehepaaren kann einer der Partner dieses Alter unterschreiten, muss dann aber mindestens 21 Jahre alt sein. Eine Höchstaltersgrenze für Adoptiveltern ist nicht festgelegt. Der Altersunterschied zwischen den Eltern und ihrem Adoptivkind sollte aber nicht größer als 40 Jahre sein.

Sowohl Ehepaare wie auch Einzelpersonen können ein Kind adoptieren, Ehepaare aber grundsätzlich nur gemeinsam. Eingetragene Lebenspartner können nicht gemeinsam ein Kind adoptieren.

Lebenspartner haben aber wie Ehepartner die Möglichkeit der Stiefkindadoption. Bei einer Stiefkindadoption adoptiert der eine Partner ein mit in die Beziehung gebrachtes leibliches Kind des anderen Partners, um für dieses Kind auch das volle Sorgerecht zu erhalten. Eine Stiefkindadoption setzt aber die Zustimmung des anderen leiblichen Elternteils des Kindes voraus.

Die Stiefkindadoption zählt zur Verwandtenadoption. Um eine Verwandtenadoption handelt es sich auch, wenn z. B. beim Tod beider Eltern minderjährige Kinder in der Verwandtschaft etwa von volljährigen Geschwistern oder von den Großeltern adoptiert werden. In diesen Fällen wird die Adoption aus Gründen des Kindeswohles erleichtert - Altersgrenzen (bei Großeltern) werden beispielsweise in einem gewissen Maße ignoriert.

Wenn Adoptionswillige bereits leibliche Kinder haben, ist das kein Hinderungsgrund für eine Adoption, soweit weder das Wohl der leiblichen Kinder noch das des angenommen Kindes beeinträchtigt werden.

Welche Kinder dürfen adoptiert werden?

Bei der Freigabe eines Kindes zur Adoption handelt es sich in der überwiegenden Zahl der Fälle um bestimmte Notlagen, in denen eine Adoption dem Wohl des Kindes dienen kann. In der Regel müssen die beiden leiblichen Eltern eines Kindes in die Freigabe zur Adoption ihres Kindes einwilligen. Dies kann frühestens geschehen, wenn das Kind acht Wochen alt ist. Unter bestimmten Voraussetzungen kann allerdings der leibliche Vater schon vor der Geburt einer Adoption zustimmen bzw. seine Einwilligung vom Vormundschaftsgericht ersetzt werden. Bei der Adoption von Kindern ab 14 Jahren ist auch deren Einwilligung Voraussetzung für eine Adoption.

Auch Volljährige können als Kind angenommen werden, insbesondere dann, wenn zwischen dem Volljährigen und den annehmenden Eltern ein Eltern-Kind-Verhältnis entstanden ist. Die rechtlichen Konsequenzen einer Volljährigen-Adoption sind aber in der Regel andere als bei einer Minderjährigen-Adoption (s. Was bewirkt eine Adoption rechtlich?).

Internetportal zum Thema Pflegekinder und Adoption www.moses-online.de

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