Deutscher
Familienverband

Landesverband NRW

Leben mit Kindern

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Auch heute noch wollen die meisten Menschen mit Kindern leben. Familie und Kinder sind eine wichtige Sinnstiftung und Glücksquelle. 95 Prozent der Eltern von kleineren Kindern und 84 Prozent der Eltern mit größeren Kindern erklären sich als glücklich, während die Bevölkerung insgesamt sich nur zu 68 Prozent glücklich fühlt. (Institut für Demoskopie IFD 2004)

Die Entscheidung für ein Kind stellt ohne Zweifel auch eine große Herausforderung dar. Viele junge Eltern fühlen sich belastet durch die Rund-um-die-Uhr Betreuung ihrer kleinen Kinder, durch materielle und zeitliche Einschränkungen. Sie befürchten dauerhafte berufliche Nachteile und spüren nach der Geburt eines Kindes häufig auch Verluste in ihrem partnerschaftlichen Zusammenleben: Weniger Kommunikation zwischen den Partnern und eine weniger befriedigende Sexualität, wie uns die Familienforschung berichtet.

Dennoch zeigt sich bei jungen Elternpaaren eine überdurchschnittliche emotionale Erfüllung und ein gesteigertes Glücksempfinden. So erklärten 70 Prozent der Eltern von kleinen Kindern, dass sie sich in letzter Zeit einmal „wie im siebten Himmel gefühlt, das Leben einfach wunderbar gefunden“ hätten. Von der Gesamtbevölkerung hatten solche Empfindungen nur 45 Prozent. (IFD Umfrage 7059)

Zwar pendeln sich diese Glücksgefühle bis zum Schulalter der Kinder wieder auf Normalmaß ein, aber Partnerschaft und Elternschaft bedeuten auch dann weiterhin emotionale Stabilität. Elternpaare kennen das Gefühl, dass das Leben einem sinnlos vorkommt, weit seltener als kinderlose Alleinlebende. (Generationenbarometer 2006)

Die bekannte Familientherapeutin Virginia Satir hat das Elternsein einmal sehr treffend wie folgt beschrieben:

„Eltern lehren in der härtesten Schule der Welt – der Schule des Menschenmachens. In der Schule sind sie gleichzeitig Erziehungsminister, Direktor, Klassenlehrer und Hausmeister – alle diese Rollen müssen sie als Eltern übernehmen. Von ihnen wird erwartet, dass sie in allen Lebensbereichen Experten sind. Und die Zahl der Einzelbereiche wächst mit der Familie. Außerdem gibt es kaum Schulen, in denen sie sich auf ihre Arbeit vorbereiten können, und es existieren keine allgemein verbindlichen Vorstellungen über den Lehrplan. Sie müssen ihn selbst zusammenstellen. In der Schule gibt es keine Ferien, keine Gewerkschaft, keine automatische Beförderung, keine Gehaltserhöhung. Sie sind 24 Stunden täglich im Dienst oder zumindest in Bereitschaft, 365 Tage im Jahr und mindestens 18 Jahre lang – und das bei jedem Kind. Außerdem müssen sie sich über alle Vorfälle mit einer Verwaltung abstimmen, die zwei Chefs hat.“

Jede Familie muss in dieser Schule des „Menschenmachens“ zu eigenen Strategien für eine zufriedene Familienbalance finden, denn jede Familie ist einmalig. Patentrezepte gibt es nicht. In der Regel aber stabilisiert sie ihr individuelles „Familienmodell“ bis zum dritten Geburtstag des Kindes, sagt die Psychologin Prof. Martina Eckert, die für den Deutschen Familienverband zum Übergang von der Partnerschaft zur Elternschaft geforscht hat und ein Eltern-Bildungsprogramm entwickelte.

Die nachfolgenden Kapitel geben praktische Hinweise und Informationen zum Leben mit Kindern.

Ergänzendes Thema: Elterngeld und Elternzeit

Wenn Sie sich dafür interessieren, was der Staat für die Erziehung von Kindern an Geld beisteuert, finden Sie umfassende Informationen in unserem Kapitel Finanzielle Hilfen für Familien.

Darüber hinaus bietet das Ministerium für Generationen, Familien, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen unter der Domain www.elterngeld.nrw.de ein umfangreiches Informationsportal rund um Fragen des Elterngeldes an.

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