Fast alle Menschen machen in und mit ihrer eigenen Familie eine positive Erfahrung, das belegen zahlreiche neue und renommierte wissenschaftliche Studien. 84 Prozent der Menschen schätzen den Zusammenhalt ihrer eigenen Familie als stark oder sehr stark ein – auch zwischen den Generationen und in der weiteren Verwandtschaft (Allensbach-Studie / Sommer 2006). Gleichzeitig - und das ist paradox – ist aber die Hälfte der in dieser Studie befragten Menschen der Auffassung, allgemein sei der Zusammenhalt der Familien eher gering. Hier schlägt sich offensichtlich ein falsches öffentliches Image der Familie nieder. Die Autoren der Studie kommentieren das zutreffend: „Schlechtes Image – gute Stimmung!“.
Wenn es um die Frage geht, was der höchste Wert ist, rangiert die Familie mit an erster Stelle. Die meisten Menschen empfinden ihre Familie als Glücksquelle. Sie ist ihnen weder eng noch langweilig. Vielmehr steht in allen Generationen Familie für: „Zeit für einander haben“, „einander Wärme und Geborgenheit schenken“, „vielfältige Erlebnisse und Feste“ sowie „Entfaltung“. Die Hinwendung zur eigenen Familie nahm in den letzten Jahren sogar stetig zu, ihre Bedeutung wuchs für die Menschen parallel zum Anstieg der allgemeinen gesellschaftlichen Verunsicherung.
Und auch das zeigen die Daten: Die Kluft zwischen den Generationen, die entlang unterschiedlicher Auffassungen verlief, hat sich im letzten Jahrzehnt geschlossen. Die Mehrheit junger Menschen ist mit der Erziehung durch ihre Eltern zufrieden, 71 Prozent würden ihre eigenen Kinder ungefähr so oder genauso erziehen (Shell-Jungendstudie, Herbst 2006.) Nur die wenigsten jungen Menschen werden nicht finanziell oder praktisch von den eigenen Eltern unterstützt, und nur den wenigsten älteren Vätern und Müttern stehen ihre Kinder nicht zur Seite. In den Familien wird über die Generationen hinweg füreinander Verantwortung übernommen.
Familie wird damit nicht nur als emotionales, sondern auch als soziales Netz empfunden, durch das niemand so schnell fällt. Dafür liefern die Studien viele Belege. Und – ganz wichtig – dieser starke Zusammenhalt prägt Familie über alle gesellschaftlichen Schichten und Familienformen hinweg.
In Deutschland leben rund neun Millionen Familien mit minderjährigen Kindern, davon 81% in den alten Bundesländern und 19 % in den neuen. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Bild der Familien erheblich gewandelt. Die weitaus meisten Kinder wachsen bei ihren Eltern auf. Rund 80% der Familien mit minderjährigen Kindern in den alten Ländern und knapp 60 % in den neuen Ländern sind traditionelle Ehepaarfamilien. Der Anteil von Familien mit alleinerziehenden Eltern nimmt jedoch zu. Außerdem hat sich eine Vielzahl weiterer Familienformen herausgebildet. Dazu gehören beispielsweise Patchwork- und Stief-Familien ebenso wie Familien mit Pflegekindern und nicht eheliche Lebensgemeinschaften.
Generationenbarometer 2006, Verlag Karl Alber, im Buchhandel erhältlich.